Disclaimer/Impressum Dipl.-Med. Karin Bartoll, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Stollberger Str. 75, 09119 Chemnitz, Tel. 03 71 / 30 55 41
Design/Copyright:
IT-Service Bartoll
E-Mail
Flugreisen - Wer sollte lieber nicht fliegen?

Wer sollte nicht fliegen, bei welchen Vorerkrankungen ist das Fliegen gefährlich?

Das Reisen mit dem Flugzeug bedeutet für den Körper eine besondere Belastung. Für gesunde Menschen ist dies kein Problem. Bei bestimmten Krankheiten ist die Flugtauglichkeit jedoch eingeschränkt. Auf langen Flügen steigt die Thrombosegefahr bei älteren Menschen, Rauchern, Personen mit Übergewicht oder Gipsverbänden, Schwangeren und bei der Einnahme der Pille.

Nicht fliegen sollten Menschen mit:

  • frischem Herzinfarkt
  • kürzlich erlittenem Schlaganfall
  • größere Operation mit Öffnung des Bauchraumes 2 Monate Wartefrist)
  • nicht ausgeheilten Schädel-Hirn-Verletzungen (6 Monate Wartefrist)
  • schweren Kreislaufproblemen
  • psychiatrischen Erkrankungen
  • akuten Infektionskrankheiten (Ansteckungsgefahr)
  • ansteckenden Krankheiten
  • Anfallsleiden (Epilepsie)
  • extremer Blutarmut (Anämie)
  • starken Störungen der Lungenfunktion wie Asthma bronchiale
  • Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel

Patienten, bei denen die Herz- oder Lungenfunktion so eingeschränkt ist, daß sie schon am Boden bei geringsten Belastungen Probleme haben, müssen mit dem Fliegen vorsichtig sein. Durch den geringeren Luftdruck kann es zu kritischen Situationen bei diesen Patienten kommen. Diese sollten nur nach Absprache mit ihrem Arzt fliegen.



Medizinische Zwischenfälle an Bord:

Medizinische Zwischenfälle an Bord von Flugzeugen sind zwar selten, können aber durchaus ernste Auswirkungen haben. Sie bedeuten erheblichen Stress für die Flugbegleiter und andere Passagiere. Trotzdem kommt es jedes Jahr zu einigen lebensbedrohlichen Notfällen. Diese treten meist bei Patienten mit schweren Vorerkrankungen auf, für die das Fliegen gefährlich ist.

Die häufigsten medizinischen Zwischenfälle im Flugzeug sind Ohnmachtsanfälle, gefolgt von Magendarmbeschwerden. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von mehr als 10.000 medizinischen Notfällen an Bord von Maschinen zweier europäischer Airlines zwischen 2002 und 2007. An dritter Stelle standen Herzkreislaufprobleme.

"Theoretisch ist ein gut ausgerüstetes Flugzeug der beste Ort, um einen Herzinfarkt zu bekommen", sagt Michael Weinlich, Notarzt von International-SOS, einer Notruf-Hotline für Fluggesellschaften. Was wie ein zynischer Witz klingt, hat einen wahren Hintergrund. Zwar ist man nirgendwo so weit weg von einem guten Krankenhaus, aber gleichzeitig sind die nötigen Hilfsmittel nirgends so schnell zur Hand wie im Flugzeug. Tatsächlich hat sich die medizinische Ausrüstung von Verkehrsflugzeugen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Mit der Ausstattung in einem modernen Notfallkoffer kann man Medikamente spritzen, Infusionen legen und sogar einen bewußtlosen Patienten über einen Tubus beatmen. Seit 2004 müssen alle Flugzeuge, die die Vereinigten Staaten anfliegen (auf anderen Langstrecken empfohlen), einen sogenannten Defibrillator an Bord haben. Dieses Gerät kann bei einem Infarkt mit einem Stromstoß dem Herz seinen Rhythmus zurückgeben. Entscheidend ist allerdings, daß es sehr schnell geht: Das Herz muß innerhalb von höchstens fünf Minuten defibrilliert werden. Das schafft der schnelle Notarzt am Boden nur manchmal. In der Luft dagegen ist das Gerät nur wenige Meter vom Patienten entfernt - und mit etwas Glück ist auch ein Arzt an Bord.



Vermeiden Sie Risiken, wir beraten Sie gern zu Flugreisen! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Flug!