Disclaimer/Impressum Dipl.-Med. Karin Bartoll, Fachärztin für Allgemeinmedizin
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Flugreisen - Probleme bei Flugreisen, Reisekrankheit, Flug-Angst?


Lange Flüge können sehr anstrengend sein. Die Luft im Flugzeug ist trocken und dünn, wie auf einem Berggipfel, die Beine haben kaum Platz. Bei uns erfahren Sie, wie Sie trotzdem fit bleiben.

Jedes Jahr zieht es mehrere Millionen Deutsche in die Ferne. Sonne, Strand und Palmen statt Regen und Kälte, dafür nehmen viele Menschen zehn Stunden Flug in Kauf. Doch diese zehn Stunden haben es in sich. Das Reisen mit dem Flugzeug bedeutet für den Körper eine besondere Belastung. In einer Flugzeugkabine in 10.000 Meter Höhe herrschen andere Verhältnisse als in einem Reisebus, dem Zug oder dem eigenen Auto. Geringerer Luftdruck, trockene Luft und langes Sitzen in den engen Reihen belasten den Organismus. Hier unsere Tipps, wie Sie trotzdem entspannt und fit ans Ziel kommen.

Wir haben für Sie die besten Tipps für einen guten Flug:



Bei Langstreckenflügen tritt das Problem auf, dass Sie lange Sitzen müssen:

Mehrere Stunden in nahezu unveränderter Position auf dem Platz zu sitzen belastet Venen, Rücken und Kreislauf. Durch die mangelnde Bewegung und das lange Sitzen staut sich das Blut in den Beinen, Wasser sammelt sich im Gewebe, die Beine schwellen an. Besonders Menschen, die schwache Venen haben oder bereits unter Krampfadern leiden, haben hier Probleme, dabei steigt auch das Thromboserisiko. Auch der Rücken meldet sich nach einiger Zeit, er schmerzt, weil sich die Muskulatur immer mehr verspannt, das Sitzen wird zur Qual.

Hilfreiche Maßnahmen:

Wenn Sie unter normalen Umständen schon Venenprobleme haben, tragen Sie während des Fluges Stützstrümpfe. Stehen Sie zwischendurch öfter einmal auf und gehen sie im Kabinengang hin und her. Stellen Sie sich dabei auf die Zehenspitzen und wippen Sie einige Male auf und ab. Das aktiviert die Wadenmuskeln und regt die Blutzirkulation an. Recken und strecken Sie sich, damit lockern Sie Ihre Rückenmuskulatur, das Sitzen fällt danach wieder etwas leichter.

Auch im Sitzen können Sie etwas tun: Lassen Sie öfter einmal ihre Füße kreisen. Sitzen Sie nicht mit übereinander geschlagenen Beinen, dies behindert die Blutzirkulation zusätzlich.



Das Problem der trockenen Luft in der Kabine:

In der Flugzeugkabine herrschen statt der üblichen 40% -  60% Luftfeuchtigkeit nur ca. 15%, dies ist im Flugzeug technisch bedingt. Die Folge: Die ganze Haut, aber auch die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen werden immer trockener, es kommt zu Reizungen.

Hilfreiche Maßnahmen:

Trinken Sie viel, am besten Mineralwasser oder Fruchtsäfte. Als Faustregel gilt dabei, pro Flugstunde mindestens einen Viertelliter trinken. Verzichten Sie aber auf Kaffee, Tee oder Alkohol, sie führen dazu, daß der Körper noch mehr Wasser verliert. Besonders Alkohol ist im Flieger besonders ungünstig, er steigt hier viel schneller zu Kopf, als am Boden. Außerdem weitet er die Blutgefäße und läßt damit die Beine noch zusätzlich anschwellen. Wenn Sie Kaugummi kauen oder Bonbons lutschen, regen Sie damit die Speichelproduktion an und halten Mund und Rachen feucht. Wenn Sie normalerweise Kontaktlinsen tragen, greifen Sie im Flugzeug lieber zur Brille, damit brennen die Augen nicht so sehr. Gegen trockene Augen helfen künstliche Tränen aus der Apotheke, diese enthalten Bestandteile des natürlichen Tränenfilms. Gegen das Austrocknen der Haut können Sie mehrmals Feuchtigkeitscreme auftragen.



Das Problem des niedrigen Luftdrucks:

Im Flieger herrscht ein Luftdruck, wie auf einem Alpen-Gipfel, durch den geringeren Druck nimmt der Körper den Sauerstoff schlechter auf. Das kann für Herz-Kreislauf-Patienten und Menschen mit Erkrankungen der Atemwege zu Problemen führen, aber auch viele gesunde Menschen mit einem untrainierten Kreislauf fühlen sich müde und schlapp. Während das Flugzeug steigt oder sinkt, verändert sich der Luftdruck in der Kabine, im Kopf macht sich ein unangenehmes Druckgefühl breit. Im Normalfall führt der Körper den Druckausgleich nach kurzer Zeit selbst herbei - vorausgesetzt die Nase ist frei. Sind die Schleimhäute angeschwollen, klappt es auch mit dem Druckausgleich nicht mehr richtig. Noch mehr Detailinformationen zu diesem Thema finden Sie hier

Hilfreiche Maßnahmen:

Gegen das Druckgefühl hilft am besten Gähnen, dies öffnet die sogenannte Ohrtrompete, ein Druckausgleich kann erfolgen. Falls Sie nicht auf Kommando gähnen können: Auch beim Schlucken wird die Ohrtrompete kurz geöffnet. Wenn Ihnen weder Gähnen noch Schlucken ausreichend hilft, gibt es in der Apotheke abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays. Noch mehr Detailinformationen zu diesem Thema finden Sie hier



Das Problem der Reisekrankheit:

Übelkeit, Schwindelgefühl, Schweißausbrüche - die klassischen Symptome der Reisekrankheit sind zwar beim Fliegen seltener als bei Schiffsreisen auf hoher See, empfindliche Menschen können aber auch beim Fliegen größere Probleme bekommen.

Hilfreiche Maßnahmen:

Im Bereich der Tragflächen und auf den Plätzen am Mittelgang fliegt es sich am ruhigsten, versuchen Sie sich deshalb frühzeitig bei Ihrer Fluggesellschaft einen solchen Platz zu reservieren. Schonen Sie Ihren Magen und verzichten Sie schon am Tag vor der Abreise und erst recht beim Flug auf schwer verdauliche Speisen und meiden Sie Alkohol. Besorgen Sie sich in Ihrer Apotheke Präparate gegen die Reisekrankheit, damit bekämpfen Sie eventuell aufsteigende Übelkeit sofort.



Vermeiden Sie Risiken, wir beraten Sie gern zu Flugreisen! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Flug!