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Dipl.-Med. Karin Bartoll, Fachärztin für Allgemeinmedizin Stollberger Str. 75, 09119 Chemnitz, Tel. 03 71 / 30 55 41 |
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| Was Sie über Impfungen wissen sollten: | |
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Was ist eine Impfung? Bei einer Impfung werden abgeschwächte Erreger oder ihre Giftstoffe (sog. Toxine) gespritzt oder geschluckt. Diese sind soweit abgeschwächt, daß sie keine Krankheit mehr auslösen können, den Körper jedoch zur Bildung von Abwehrstoffen anregen. Wie bei einer natürlichen Erkrankung bildet der Organismus die sog. Antikörper, die ihn auch bei einer späteren Ansteckung mit dem Krankheitserreger schützen können. Man spricht von einer aktiven Immunisierung, weil der Körper selbst aktiv werden muß, d.h. sein eigenes Abwehrsystem in Kraft setzt. Leider hält dieser Schutz meist nur einige Jahre an und die Impfung muß deshalb regelmäßig aufgefrischt werden. Lebenslanger Schutz besteht in der Regel nur, wenn die Krankheit selbst durchgemacht wurde. Wann ist eine Impfung sinnvoll? Generell besteht in Deutschland keine Impfpflicht. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich oder sein Kind impfen lässt. Es wird jedoch allen Eltern geraten, ihre Kinder impfen zu lassen. Nur durch einen vollständigen Impfschutz sind Kinder wenigstens vor den betroffenen Krankheiten richtig geschützt. Denn selbst harmlos erscheinende Kinderkrankheiten können schwerwiegende Komplikationen auslösen, die z.B. das Herz oder das Gehirn angreifen. Nur durch ein breit angelegtes Impfprogramm konnten gefährliche Krankheiten wie Diphtherie oder Tuberkulose in Westeuropa nahezu, die Pockenkrankheit weltweit gänzlich ausgerottet werden. Kommt es jedoch zu Impfmüdigkeit in der Bevölkerung, so können solche Krankheiten sich schnell wieder ausbreiten. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation ist es, in den nächsten Jahren auch die Kinderlähmung, die vor allem noch in Ländern der dritten Welt häufig vorkommt, auszurotten. Eine Impfung ist dann sinnvoll, wenn:
Argumente für eine Impfung
Argumente gegen eine Impfung
Impfschäden Impfschäden sind Schäden, die durch eine Impfung hervorgerufen werden und die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen. Gefürchtet sind vor allem Hirnschäden, die zu einer bleibenden geistigen oder körperlichen Behinderung führen können. Die Problematik besteht darin, festzustellen, ob eine Krankheit durch die Impfung hervorgerufen wurde oder lediglich zum gleichen Zeitpunkt wie die Impfung aufgetreten ist, und es auch ohne Impfung zu dieser Erkrankung gekommen wäre. In seltenen Fällen kann es zu einem schweren Impfschaden kommen, jedoch ruft keiner der zugelassenen Impfstoffe mehr oder schwerere Komplikationen hervor als die Erkrankung selbst, die dadurch verhindert wird. Daß Impfschäden in der heutigen Zeit teilweise überbewertet werden, liegt daran, daß durch die gute Durchimpfung der Säuglinge kaum noch die eigentlichen Krankheiten auftreten und man z.B. das Krankheitsbild der Kinderlähmung in Deutschland kaum noch kennt. Bei Verdacht auf einen Impfschaden sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Wann sollte nicht geimpft werden
Empfohlene Schutzimpfungen Um den Eltern und Kinderärzten die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Impfung zu erleichtern, wird von der Ständigen lmpfkommission (STIKO) des Bundesgesundheitsamtes regelmäßig ein Impfplan veröffentlicht . In ihm werden die empfohlenen Impfungen und ihr günstigster Zeitpunkt genannt. Zu diesen Impfungen zählen Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung (Polio), Haemophilus Influenzae (Hib), Masern, Mumps, Röteln. Einige dieser Impfstoffe werden als Kombinationsspritze verabreicht (Masern-Mumps-Röteln).
Indikationsimpfungen Bestimmte Impfungen, werden nur Risikogruppen und Personen, die in bestimmte Länder reisen, empfohlen. Zu diesen zählen Cholera, Gelbfieber, Grippe, Hepatitis (A), Hepatitis (B), Tollwut, Tuberkulose und Typhus. Weitere Informationen zu diesen Indikationsimpfungen erhalten Sie auch über unseren Menüpunkt "Reisemedizin".
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