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Uns Deutsche als "Urlaubsweltmeister" zieht es immer mehr in die Ferne.
Egal ob Karibik oder Südostasien, Hauptsache weit weg und Richtung Sonne. Allein der
Körper wehrt sich bisweilen – Ausdruck dessen ist der Jetlag. Wenn man dann im
Urlaubs-Paradies angekommen ist, fühlt man sich tagsüber müde und nachts hellwach.
Kopfschmerzen plagen, es mangelt an Konzentration, die Verdauung spielt verrückt.
Kurz gesagt – das allgemeine Wohlbefinden ist auf dem Nullpunkt.
Was die Ursachen dieser Beschwerden sind, liegt schon im Namen des Phänomens begründet:
Mit „lag“ wird im Englischen ein Rückstand, eine Verzögerung oder ein Zeitunterschied
beschrieben. Und im Fall Jetlag liegt dieser Rückstand darin begründet, dass der
Reisende bei einem Fernflug mehrere Zeitzonen überspringt und die „innere Uhr“ des
Körpers sich nicht so schnell umstellen lässt. Dabei ist die Anpassungsdauer
individuell sehr verschieden.
Gesteuert wird die körperinnere Rhythmik durch einen winzigen Nervenkern des zum
Zwischenhirn gehörenden Hypothalamus – der als Sitz der „inneren Uhr“ angesehen
wird in Verbindung mit der Zirbeldrüse. Diese reagiert über eine Nervenverbindung
zum Auge auf den Wechsel zwischen hell und dunkel – unabhängig vom eigentlichen
Sehvorgang. Sie sendet Signale zum Hypothalamus und wird umgekehrt von diesem
angeregt, mehr oder weniger von dem Hormon Melatonin zu produzieren, das
den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert.
Ganz umgehen kann man den Jetlag leider nicht. Es gibt jedoch einige Tricks, um
seine Symptome zu lindern. Unser Körper richtet sich nach Licht und Dunkelheit,
Wachen und Schlafen sowie nach der Nahrungsaufnahme. So sind beim Flug nach Westen
die Anpassungsschwierigkeiten meistens geringer als in umgekehrter Richtung.
Wer zum Beispiel in die Karibik oder an die Ostküste der USA nach New York oder
Florida reist, muss mit einer Zeitdifferenz von sechs Stunden klarkommen. Beim
Flug nach Australien sind es sogar acht oder neun Stunden.
Da unsere „innere Uhr“ lernfähig ist, kann man sich schon ein paar Tage vor dem
Abflug gezielt vorbereiten und sie den Verhältnissen am Urlaubsort anpassen.
Bei einem Flug nach Amerika mit sechs Stunden Zeitunterschied sollte das
Schlafengehen schon drei Tage vor der Abreise um jeweils zwei Stunden täglich
hinausgezögert werden und auch zwei Stunden später aufgestanden werden.
Bei einer Reise in Richtung Osten ist es umgekehrt: Früher aufstehen und früher schlafen.
Ebenso sollten Sie Ihre regelmäßigen Essenszeiten auch auf diesen neuen Tagesrhythmus
umstellen.
Beginnt dann die Reise, wird bereits im Flugzeug die Uhr auf auf die Zeitzone des
Urlaubsortes umgestellt, so suggeriert man sich den neuen Rhythmus. Hierbei gilt
der Grundsatz: Lieber etwas weniger Schlaf, dafür weniger Jetlag. Bei Flügen nach
Westen genügt ein kleines „Nickerchen“, der Nachmittag sollte am Zielort auf jeden
Fall draußen verbracht werden. Sonnenlicht ist das beste Mittel gegen Jetlag.
Besonders während der gewohnten Einschlafzeit – zwischen 22 und 2 Uhr mitteleuropäischer
Zeit – hilft Licht gegen die Beschwerden.
Vorsicht ist jedoch beim Genuss von Muntermachern wie Kaffee oder Tee geboten. Nimmt
man koffeinhaltige Getränke zu kurz vor der gewohnten Schlafenszeit zu sich, können
sie den inneren Rhythmus noch mehr durcheinander bringen. Auch Alkohol und
Schlaftabletten sind keine Mittel gegen Jetlag.
In den letzen Jahren wurde immer wieder Melatonin, das dem Körper auch in
Tablettenform zugeführt werden kann, als Wundermittel gegen Jetlag gepriesen.
Das Medikament ist in Deutschland jedoch nicht zugelassen, da noch keine
gesicherten Erkenntnisse über möglicherweise auftretende Nebenwirkungen vorliegen.
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