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Zeckenbisse treten häufig vom Frühjahr bis zum Spätherbst auf
bei Personen, die sich beruflich oder in der Freizeit in der Natur aufhalten.
Dabei werden die blutsaugenden Insekten an Wegrändern, Wiesen, im Wald, aber
auch in Gärten oder Parks von Gräsern, Sträuchern oder Unterholz abgestreift.
Zecken lassen sich nicht - wie häufig behauptet wird - von Bäumen fallen.
Der Zeckenbiss selbst ist nicht gefährlich, aber während des
Saugaktes können mit dem Speichel des Tieres Krankheitserreger übertragen
werden. Die beiden wichtigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen sind die
Borreliose und eine spezielle Form der Hirnhautentzündung,
die Früh-Sommer-Meningoenz-Ephalitis, kurz FSME.
Der Erreger der Borreliose ist ein Bakterium, das erst ganz am Ende
des Saugaktes, wenn die Zecke genügend Blut aufgenommen hat, in die winzige
Stichwunde gelangt. Ein möglichst frühes Entfernen der Zecke am Anfang des Saugaktes
kann also eine Borreliose verhindern. Das Verbreitungsgebiet der Borreliose ist
identisch mit dem der Zecken, ungefähr jede 5. Zecke trägt diese Bakterien in sich.
Das erste Anzeichen dieser Erkrankung ist meist eine schmerzlose Hautrötung an der
Zeckenbissstelle, die sich kreisförmig vergrössert und dabei im Zentrum wieder
abblaßt. Diese sog. "Wanderröte" kann bis zu 16 Wochen nach dem Zeckenbiss
auftreten und von Jucken, Brennen, lokalen Lymphknotenschwellungen und
allgemeinen, grippeähnlichen Symptomen begleitet sein. Im weiteren Verlauf
kommen andere Symptome an verschiedenen Organen und Organsystemen dazu. Wird die
Borreliose in diesem Stadium nicht erkannt und behandelt, kann ein chronisches
Stadium mit Befall der Haut (sog. Pergamenthaut), der Gelenke (chronische
Gelenkentzündungen), des Nerven-systems (Kopf- und Nervenschmerzen) und des
Herzens (chronische Herzmuskelentzündung) auftreten. Die Borreliose ist gut mit
Antibiotika zu behandeln.
Die FSME wird durch ein Virus übertragen,
das gleich mit Beginn des Blutsaugens der Zecke in den menschlichen Organismus
gelangt. Nicht in allen Regionen Deutschlands können Zecken die FSME übertragen.
Das Virus tritt vor allem in Baden-Württemberg und Bayern auf. Kleinere
Verbreitungsgebiete finden sich außerdem in Rheinland-Pfalz, Hessen (Odenwald),
im Saarland und in den neuen Bundesländern (Brandenburg, Sachsen, Thüringen).
Aber auch in diesen Gebieten ist nur jede 100. bis 500. Zecke Virusträger.
Außerhalb von Deutschland tritt die FSME vorwiegend in Ost- und Südosteuropa und
in einigen Regionen Skandinaviens auf. Die Erkrankung verläuft von Person zu
Person unterschiedlich schwer. Nur jeder dritte Infizierte erkrankt an einer
fieberhaften "Sommergrippe", und nur jeder fünfte bis zehnte Infizierte zeigt
eine Beteiligung des Nervensystems. Diese Erkrankungsphase beginnt mit massiven
Kopfschmerzen und hohem Fieber, oft begleitet von Erbrechen und
Nackensteifigkeit.
Bei ca. 60% der Erkrankten bleibt es bei dieser "reinen"
Hirnhautentzündung, die meist folgenlos abheilt. Eine schwerere Form mit
zusätzlicher Entzündung des Gehirns kommt in ca. 30% vor. Dabei können
dauerhafte Schäden in Form von psychischen Auffälligkeiten oder Lähmungen
zurückbleiben. Die seltenste (ca. 10%) und schwerste Verlaufsform ist durch eine
zusätzliche Beteiligung des Hirnstammes und des Rückenmarks gekennzeichnet.
Trotz Behandlung auf der Intensivstation sterben einige dieser Patienten. Von
den Überlebenden behalten zwei Drittel bleibende Schäden, meist in Form von
Lähmungen. Eine ursächliche Therapie gegen das Virus ist nicht bekannt, es gibt
aber eine gut verträgliche aktive Schutzimpfung.
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Geschlossene und möglichst eng anliegende Kleidung, vor allem im Bereich
der Beine, macht es den Zecken schwerer, an eine geeignete Hautstelle zu
gelangen.
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Da die Zecken zuerst eine Weile auf der Haut herumkrabbeln, bevor sie sich
für eine Stichstelle entscheiden, sollte man sich nach einem Aufenthalt in der
freien Natur gleich nach Zecken absuchen, da man sie dann findet, noch bevor
sie sich festgebissen haben.
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Fragen Sie Ihren Arzt nach der Impfung gegen FSME, wenn Sie sich oft in
der Natur aufhalten, in einem gefährdeten Gebiet leben oder dorthin reisen
wollen.
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